Lesung „Wir sind Gefangene“

Dass die Grünen es im Kreis es hervorragend schaffen,  kurzweilige, anspruchsvolle Abendunterhaltung mit zeitgemäßen politischen Botschaften zu verbinden, haben sie letzten Dienstag erneut bewiesen.

In der Seestub`n Percha hat Erika Schalper auf Grafs Werk „Wir sind Gefangene“ gelesen. Das Werk, mit dem ihm der literarische Durchbruch gelang.  Das Werk des in Aufkirchen aufgewachsenen Literaten bietet erschütternde Einblicke in die Zeit vor und nach dem Ersten Weltkrieg. Sichtlich bewegt zeigt sich auch in der anschließenden Diskussion die Starnberger Bürgermeisterkandidatin Kerstin Täubner-Benicke von der häuslichen Gewalt in der Herkunftsfamilie des wohl berühmtesten Aufkircheners. „ Kinderrechte in der heutigen Form gab es damals nicht. Aber wir können immer  noch darüber nachdenken, ob die Teilhabe und Mitbestimmung der Kinder in unserer Gesellschaft nicht noch verbessert werden kann“ . Für Kurzweiligkeit des Abends trug immer wieder Peter Klinder bei, dessen musikalische Einlagen mit teils sehr frechen Texten zur Erheiterung des Publikums beitrugen, die aber inhaltlich sich auf viele nach wie vor bestehende gesellschaftliche Probleme wie die zunehmende Agression und Haß im politischen Klima  bezogen. Diese spricht auch Landratskandidatin Martina Neubauer an und sieht hiebei auch durchaus Parallelen zur Zeit Oskar Maria Grafs :“ Auch heute sind die Menschen wieder vielfach verunsichert, verirren sich in Haß und Ablehnung, suchen Zuflucht in nationalen Irrwegen. Wir als Grüne wollen das nicht, wir wollen Brücken bauen, den Menschen mit Toleranz und Mitgefühl begegnen“. Es ist eine alte Weisheit, dass die Qualität eines literarischen Textes zum großen Teil auch davon bestimmt wird, inwieweit er auch lange Zeit nach seiner Entstehung die Menschen noch zum Nachdenken und zur Diskussion anregt. Die Veranstaltung der Grünen hat erneut bewiesen,  wie sehr dies nach wie vor für die Werke Oskar Maria Grafs gilt.

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