Kerstin Täubner-Benicke bei der Aufstellungsversammlung für die Kreistagsliste für den Landkreis Starnberg

Global denken – lokal handeln

Dieser Auftrag, der für mich viel mehr als eine Floskel ist, begleitet mich seit ich 14 Jahre bin. Damals habe ich mich einer Eine-Welt-Initiative angeschlossen und diese kratzigen, groben Jutebeutel im Welt-Laden verkauft.

Mich hat die kirchliche Jugendarbeit geprägt. In meinem Ort gab es eine Teestube. Ein Kellerraum, in dem sich Jugendliche zwanglos treffen konnten, Musik machen und hören, plaudern und Spaß haben. Da gab es Räucherkerzen und tolle aromatisierte Tees, Wildkirsche und Earl Grey, Pflaume, Zimt und Himbeere. Was aber viel wichtiger war, es wurde diskutiert über Krieg und Frieden, über Gleichberechtigung von Frauen, über Ausbeutung und Gerechtigkeit in der Einen Welt, über Mülltrennung und Fleischkonsum, über Naturschutz und Waldsterben. Für mich sind diese Themen auf ewig mit süßen Gerüchen und einem fruchtigen Geschmack verbunden.

40 Jahre lang haben die Grünen als Speerspitze der Umweltbewegung, der Eine-Welt- und Friedensbewegung, und der Frauenbewegung gekämpft. Vieles ist selbstverständlich geworden. Fast alle Politikerinnen und Politiker geben sich zumindest einen grünen Anstrich. Bäume umarmen muss jetzt auch ein CSU-Ministerpräsident.

Allerdings gibt es einen dramatischen Rollback. Völkischer Rassismus, Sexismus und Frauenfeindlichkeit, ja sogar Antisemitismus bedrohen unsere Demokratie. Hass und Hetze im Netz, aber auch auf der Straße. Gezielt werden gerade auch Politikerinnen werden angegriffen. Das dürfen wir nicht länger hinnehmen. Wir streiten daher für unsere Demokratie, auch im Landkreis.

Selbstverständlich haben wir die verbindliche Frauenquote auf allen Ebenen. Wir sind die Partei mit dem höchsten Frauenanteil unter den Mitgliedern, bei uns im Landkreis sind es übrigens fast 47 %.

In den letzten Jahren haben wir große Erfolge gefeiert, bester Landkreis bei den letzten Landtags-, Bezirks- und Europa-Wahlen, beim Volksbegehren Rettet die Bienen. Das kommt nicht von alleine.

Denn der Landkreis Starnberg ist eine Wiege der Grünen Bewegung. Wir haben 2018 schon 40 Jahre Kreisverband gefeiert. In diesem Herbst haben wir 9 Mitglieder mit 40 Jahren Mitgliedschaft. Auf ihren Schultern stehen wir und wollen den Landkreis immer noch mit unseren grünen Ideen zukunftsfähig machen.

Dazu haben wir in einem transparenten Mitmachprozess ein umfangreiches Programm mit ambitionierten Zielmarken für den Landkreis erarbeitet und das gleiche auf Ortsebene. So geht Politik, in dem alle mitreden, mitmachen, mitentscheiden. Weil wir solidarisch und gerecht handeln müssen, in einer Zeit, wo so viel auseinanderdriftet. Dazugehören, leben, und lernen, das wollen wir mit allen Bürgerinnen und Bürgern. Um nachhaltig für Klima und Wirtschaft zu werden, müssen wir die Klimaziele erreichen und dabei unsere Lebensqualität erhalten, umweltfreundlich mobil sein, innovativ wirtschaften und uns nachhaltiger erholen.

Mit wirklich starken Fraktionen im Kreistag, im Stadtrat und in den Gemeinderäten, grünen Bürgermeister*innen und einer grünen Landrätin werden wir dafür sorgen, dass wir im Landkreis den Auftrag Global denken und lokal handeln erfüllen.

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